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335 000 Haushalte in Berlin leben von Hartz IV
Zahl der armen Kinder fast verdoppelt

BERLIN. Die Zahl der Hartz IV-Haushalte ist in Berlin seit Beginn der Arbeitsmarktreform um fast 25 Prozent gestiegen. Waren im Januar 2005 noch rund 270 000 so genannte Bedarfsgemeinschaften gemeldet, die vom Arbeitslosengeld II leben mussten, sind es nach Angaben der Regionalagentur für Arbeit im April dieses Jahres bereits 335 000. Im gleichen Zeitraum ist aber die Erwerbslosigkeit in der Bundeshauptstadt von 19,4 auf 18,2 Prozent gesunken.

Auch die Kinderarmut nimmt angesichts der steigenden Zahl von Hartz IV-Abhängigen zu. Mehr als 166 000 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren leben in Familien, die mit Arbeitslosengeld II auskommen müssen. Noch Ende 2004 waren 96 000 Minderjährige gemeldet, die von der damaligen Sozialhilfe - kurz vor Umstellung auf Hartz IV - abhängig waren.

Die meisten der Minderjährigen in Berlin, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind, wohnen in den Bezirken Neukölln, Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg. Wie die jugendpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Margit Barth sagte, würden damit 40 Prozent der Kinder, deren Eltern Arbeitslosengeld II beziehen, in diesen drei Innenstadtbezirken wohnen.

Innerhalb weniger Monate ist auch die Zahl der Ein-Personen-Haushalte, die von Hartz IV leben, sprunghaft angestiegen. In Berlin gibt es derzeit nach Angaben der Sozialverwaltung 212 500 solcher Ein-Personen-Haushalte. Im Herbst letzten Jahres waren es noch 197 000 gewesen. In der Regionalagentur für Arbeit wird vermutet, dass darunter viele erwerbslose Jugendliche sind, die aus ihrem Elternhaus ausgezogen sind.

Noch stärkere Prüfungen der Hartz IV-Empfänger als bisher schließen aber die Jobcenter weitgehend aus. Mehr Hausbesuche durch Sozialdetektive - eine der Maßnahmen, die die Regierung Merkel beschlossen hat und die ab August in Kraft treten sollen - sind in den Jobcentern für dieses Jahr nicht geplant.

Marlies Emmerich und Jan Thomsen, 08.05.2006
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