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Wo Müll ist, da sind auch Ratten
Ein Feature zum Urteil gegen den früheren Berliner CDU-Fraktionsvorsitzenden und Strippenzieher im Bankenskandal Klaus Landowsky

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Original Berliner Klüngel
Das Urteil gegen Klaus Landowsky ist auch ein Schuldspruch für das alte politische Geflecht.

Er hat bis zuletzt nichts von Verantwortung, gar von Schuld in der Berliner Bankenaffäre wissen wollen. Für Klaus Landowsky, als CDU-Fraktionschef und Bankvorstand einst wohl der mächtigste Mann der Stadt, war das Verfahren, in dem er und zwölf weitere Manager sich wegen schwerer Untreue verantworten mussten, stets ein politischer Prozess.

Er erwartete deshalb einen Freispruch. Von dieser Chuzpe hat sich das Gericht nicht irritieren lassen. Landowsky ist verurteilt worden - und mit ihm ein System, das jahrzehntelang die Stadt beherrschte und am Ende beinahe in den Ruin trieb.

In diesem West-Berliner Geflecht kannte jeder jeden, man erwies sich gegenseitig Gefälligkeiten und immer stand jemand bereit, um die Kosten zu tragen. Meistens war es die Allgemeinheit in Gestalt des Steuerzahlers. Dieses politische System ist mit dem Ende der Großen Koalition in Berlin untergegangen. Nun ist es auch juristisch geächtet.

Die Richter haben mit ihrer Entscheidung juristisches Neuland betreten, und deshalb ist es auch ein mutiges, ein richtungweisendes Urteil. Das Landgericht zieht die Manager für ihr wirtschaftliches Treiben zur Verantwortung und setzt ihren Handlungsspielräumen damit Grenzen.

Man darf nicht jedes Risiko eingehen, nur weil es einem gerade so gefällt. Dies gilt umso mehr, wenn für die finanziellen Folgen nicht ein privates Unternehmen, sondern die Allgemeinheit aufkommen muss.

Die Kreditvergabe für den riskanten Kauf von Plattenbauten in Ostdeutschland durch Landowskys BerlinHyp gehört sicherlich nicht zu den schlimmsten Kapiteln in der skandalträchtigen Chronik der Berliner Bankenaffäre. Und doch war es ein wichtiges, weil symbolträchtiges Verfahren: Zum ersten und wohl einzigen Mal saßen jene Manager, die zusammen für einen der größten Bankenskandale der Republik verantwortlich sind, gemeinsam auf der Anklagebank.

Für viele Berliner, die mit Entsetzen feststellen mussten, auf was für anmaßende und leichtfertige Art diese Leute öffentliches Geld in der ohnehin hoch verschuldeten Stadt aufs Spiel gesetzt und vergeudet haben, ist das Urteil deshalb eine Genugtuung.

Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es nicht nur die Berliner CDU, sondern auch die SPD war, die bei der Gründung der unglückseligen Bankgesellschaft in den 90er Jahren Pate gestanden war. Landowsky war zwar eine der maßgeblich handelnden Personen. Aber die SPD hat es fahrlässig versäumt, die entfesselten Banker wirksam zu kontrollieren.

Mit den Folgen der Bankenaffäre wird die Stadt noch lange leben müssen. Bisher ist ein Schaden von zwei Milliarden Euro entstanden, am Ende werden es vielleicht vier, vielleicht aber auch sechs Milliarden sein. Der Verkauf der inzwischen sanierten Bankgesellschaft wird möglicherweise genau diesen Betrag einbringen. Doch in einer hoch verschuldeten Stadt wie Berlin ist dieses Nullsummenspiel nur ein schwacher Trost

Süddeutsche Zeitung, 22.03.2007

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Sozis wollen nicht "sorry" sagen
Die SPD lehnt eine Entschuldigung für ihre Beteiligung am Bankenskandal ab. Senatorin Junge-Reyer: Die Sozialdemokraten hätten bereits erhebliche Konsequenzen gezogen

Die Berliner SPD lehnt ein klares Bekenntnis zu ihrer Mitverantwortung für den Bankenskandal von 2001 weiterhin ab. Zur Forderung der Grünen nach einer öffentlichen Entschuldigung sagte Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer gestern im Abgeordnetenhaus: "Überlassen Sie den Umgang mit internen Angelegenheiten der jeweiligen Partei beziehungsweise Fraktion." Zudem hätten die Sozialdemokraten "erhebliche Konsequenzen" gezogen, indem es eine "neue Regierungsbildung" gegeben habe. Zuvor hatte bereits der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) nach dem Urteil im Bankenprozess die Aufklärungsarbeit gewürdigt, ohne auf eine Mitverantwortung der Sozialdemokraten an der Bankenaffäre eingegangen zu sein.

Das Landgericht Berlin hatte am Mittwoch den ehemaligen Vorstandschef der Berlin Hyp und Ex-CDU-Fraktionschef Klaus Landowsky sowie weitere frühere Topmanager der Bankgesellschaft wegen Untreue zu Bewährungsstrafen verurteilt. Sollte Landowsky gegen die Bewährungsauflage, keine Straftaten zu begehen, verstoßen, drohen ihm 16 Monate Haft. Weitere Konsequenzen hat er nicht zu befürchten. Zudem ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Landowsky hat bereits angekündigt, Revision beim Bundesgerichtshof einzulegen. Dieser könnte das Urteil bestätigen, einen Freispruch verfügen oder die Neuauflage des Verfahrens erzwingen, das dann eine andere Strafkammer des Landgerichtes führen würde. Mindestens bis zu einem Spruch des Bundesgerichtshofes gilt er nicht als vorbestraft.

Allerdings drohen Landowsky noch zwei Prozesse. Die Staatsanwaltschaft hat vergangenes Jahr zwei weitere umfangreiche Anklagen erhoben, die die Kernthemen des Bankenskandals berühren. Das Landgericht prüft, ob es die Hauptverhandlungen aufnimmt. Bei der ersten Anklage geht es um die Sorglos-Fonds der Bankgesellschaft, vor allem um die darin gegebenen Mietgarantien. Wegen Untreue angeklagt sind unter anderem Klaus Landowsky und der frühere Chef der LBB-Fondsgesellschaft, Manfred Schoeps.

In einer weiteren Anklage geht es um Bilanzfälschung in den Geschäftsberichten für 1998 und 1999 bei der Immobilientochter der Bankgesellschaft IBG. Die Gebühren für die Erteilung der Mietgarantien hätten nicht vollständig als Gewinn ausgewiesen werden dürfen, sondern hätten über die Jahre gestreckt werden müssen, so die Ankläger. Die Folge dieser Bilanzierung war nämlich: Die Gebühren, die tausende Anleger beim Kauf der Sorglos-Fonds zahlten, ließen die Einnahmen für die Bank sprudeln. Klar, hatte sie doch Fonds ohne Risiken verkauft. Das dicke Ende kam später - mit 21 Milliarden Euro bürgt Berlin für Risiken aus dem Immobilienfondsgeschäft der Bankgesellschaft.

Taz, 23.3.2007

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Die SPD und die Bank
Heuchlerische Sozialdemokraten

Mit salbungsvollen Worten lobt der SPD-Regierungschef die Justiz in Sachen Landowsky und Bankenskandal. Sie habe dazu beigetragen, "das Bewusstsein für die Gültigkeit von Recht und Gesetz zu erhalten", so Klaus Wowereit. Und der SPD-Landesvorsitzende Michael Müller freut sich, dass das Gericht die "prägende Rolle und maßgebliche Verantwortung Landowskys" für die Bankenkrise bestätigt hat. Eine Kleinigkeit vergessen die beiden Verfechter der rückhaltlosen Aufklärung: ihre Partei.

Die Berliner SPD saß während der Gründung der Bankgesellschaft genauso in der Regierung wie die CDU. Sie hat in der großen Koalition jede größenwahnsinnige Entscheidung zur Bank mitgetragen. Sie wusste durch Ausschüsse und Senatsbehörden um Fehlentwicklungen, die zum Verpulvern von Steuermilliarden und zur Bereicherung einer kleinen Clique führte. SPD-Senatoren wie Annette Fugmann-Heesing saßen genauso im Aufsichtsrat wie CDU-Spitzenleute. Wowereit selbst agierte damals als Parlamentarier vor allem im Haushaltsausschuss. Kurz: Die SPD hat fleißig am schwarz-roten Filz mitgewirkt.

Angesichts dessen ist es mehr als lächerlich, dass Verkehrssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) die Forderung nach einer Entschuldigung für den Bankenskandal abbügelt - es ist eine Frechheit. Ihr Argument muss man sich auf der Zunge zergehen lasse: Den Umgang mit "internen Angelegenheiten" könne man getrost der Partei oder der Fraktion überlassen. Am Tag nach dem Landowsky-Urteil verbreitet die SPD also allen Ernstes die Botschaft, die Bewertung ihrer Rolle im Bankenskandal sei Privatsache. Insofern hat Klaus Wowereit wieder Recht: In der Bankenaffäre ist noch Aufklärungsarbeit nötig. Er sollte bei der SPD anfangen.

Taz, 23.3.2007

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Eine Lizenz zur Verantwortungslosigkeit
Wie wird sich das Urteil über Klaus Landowsky zukünftig auf Berlin auswirken? Die Taz befragte Politiker, Künstler und Politologen. Einhellige Meinung: Die Stadt wird die Konsequenzen des Bankenskandals noch lange zu tragen haben

Peter Grottian, FU-Politologe, von der Initiative Berliner Bankenskandal: "Letztendlich ist das Urteil ein Freispruch, den die Richter bloß so nicht nennen wollten. Das milde Urteil zeigt, dass das Tollhaus von Verfehlungen wirklich groß ist, die rechtlichen Sanktionsmöglichkeiten sich aber in engen Grenzen halten. Das Urteil ist eine Lizenz für politische und betriebswirtschaftliche Verantwortungslosigkeit. Der rot-rote Senat sendet nach wie vor die Botschaft, dass mit einem "vernünftigen" Verkauf der Landesbank der Bankenskandal weitgehend bewältigt ist. Da täuscht er sich. Denn auch im günstigsten Fall müssen zwischen 5 und 8 Milliarden Euro aufgebracht werden. Dies wird noch mehr Verschuldung und weitere Kürzungen im Sozialbereich bedeuten."

Frank Henkel, ehemaliger CDU-Generalsekretär, innenpolitischer Sprecher im Abgeordnetenhaus: "Das Urteil ist - sofern es rechtskräftig wird - zu akzeptieren. Die politische Verantwortung für eine fehlende Kontrolle im Konzern Bankgesellschaft Berlin tragen die Parteien der großen Koalition aus CDU und SPD gemeinsam. Die Berliner CDU hat sich dieser Verantwortung gestellt, hat Konsequenzen gezogen und einen hohen politischen Preis dafür gezahlt. Im Ergebnis hat sich die Union personell erneuert. Durch die Krise der Bankgesellschaft wurde Vertrauen zerstört. In der Politik gilt das, was im Privaten gilt: Man braucht eine Sekunde, um Vertrauen zu zerstören. Aber man braucht lange Zeit, um dieses Vertrauen wieder zurückzugewinnen."

Barbara Oesterheld (Grüne), Mitglied im Untersuchungsausschuss: "Die Aufklärung des Bankenskandals ist noch nicht vorüber. Ich warte noch auf die Anklagezulassung und den Prozess um die milliardenschweren Immobilienfonds. Bisher ging es um vergleichsweise geringe Beträge. Das gestrige Urteil überzeugt mich nicht: Warum verhängt das Gericht eine Bewährungsstrafe? Sie ist eigentlich für Angeklagte reserviert, die Einsicht in ihr unrechtmäßiges Tun haben und sich an der Aufklärung beteiligen. Landowsky und die anderen Bankvorstände haben bis heute keinerlei Einsicht gezeigt. Warum urteilen die Richter, der Ex-CDU-Fraktionschef habe sich um die Stadt verdient gemacht? Eine Bank zu ruinieren ist nicht gerade ein Verdienst. Die Bedienungsmentalität von CDU und SPD in Bezug auf öffentliches Geld, die den Berliner Sumpf bildete und den Bankenskandal erst ermöglichte, muss gestoppt werden."

Gerd Conradt, Regisseur des Dokumentarfilms über den Berliner Schuldenberg, "Monte Klamotte" (2005): "Landowsky ist zwar verurteilt worden, aber der Schaden für Berlin bleibt nach wie vor bestehen. Das wäre auch mit einer Gefängnisstrafe nicht abzugelten gewesen. Mit dem Urteil geht kein gutes Signal aus und wirkt kein gutes in die Stadt hinein. Landowsky steht in einer Reihe mit Ackermann und Hartz. Deren skrupelloses Verhalten führt dazu, dass immer mehr Menschen den Oberen in Politik und Wirtschaft immer weniger vertrauen. Die sagen, das sind Schweine, warum sollen wir denen noch glauben."

Taz, 22.3.2007

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Presseschau vom Donnerstag, den 22. März 2007

Das Urteil im Berliner Bankenskandal füllt heute die Kommentarspalten vieler Zeitungen. Eine Auswahl:

„Lausitzer Rundschau“
Das Urteil gegen Berlins Ex-CDU-Fraktionschef Klaus Rüdiger Landowsky wird vielen Bürgern nicht genug Sühne sein. Ein Jahr und vier Monate auf Bewährung für schon entstandene 2,2 Milliarden Euro Schaden, die die Steuerzahler zu tragen haben. Das erscheint wie Hohn.
Landowsky war nicht der größte Profiteur, aber er war der Spiritus Rector eines finanzpolitischen Systems Größenwahn. Erstmals muss ein Politiker für so etwas strafrechtlich büßen. Wenn auch auf Bewährung, die Landowsky, längst aus allen Ämtern ausgeschieden, nicht mehr gefährdet.
Das gestrige Urteil betraf aber, und das erklärt seine Milde, nur einen Teilbereich der Affäre um die landeseigene Bankgesellschaft Berlin. Denn die Kredit-Geschäfte mit der Immobiliengruppe Aubis richteten relativ geringen Schaden an. Viel schlimmer war jenes Schneeballsystem der geschlossenen Immobilienfonds mit weit überhöhten, aber garantierten Gewinnen für die Einleger, das die Bankgesellschaft vor sechs Jahren zum Einsturz brachte. Da gab es viele Teilnehmer aus den höheren Schichten Berlins, auch Prominente aus CDU wie SPD. Für sie war es wie die Lizenz zum Geld drucken. Da gab es viele verantwortliche Bankmanager und nebenbei fiel manche Villa ab. Keiner von ihnen wurde bisher verurteilt, ein Pilotverfahren ist noch anhängig. Wenn sie, die politisch weniger symbolträchtigen Nutznießer dieses Netzwerkes aus Gigantomanie und Bereicherung, am Ende unbehelligt davon kommen sollten, müsste man wirklich von einem Justizskandal sprechen.

„Junge Welt“
„...Unter dem Senat von SPD und Linkspartei.PDS wurde der Bankenskandal weder aufgearbeitet noch beendet. Im Gegenteil, mit der Privatisierung der bisher öffentlich-rechtlichen Sparkasse strebt er einem neuen Höhepunkt entgegen. Einen Unterschied gibt es allerdings: Die krummen Geschäfte von Landowsky und Co. waren immerhin noch justitiabel. Dagegen gilt die Verschleuderung öffentlichen Eigentums an renditehungrige Finanz­investoren – von der Linkspartei.PDS auch gern »progressive Entstaatlichung« genannt – als vorbildlich im Sinne der neoliberalen Wirtschaftsdoktrin.“

„Neue Deutschland“
„...Das sehr milde Urteil ist kein Skandal, obwohl es viele so empfinden werden. Es konnte nur das bestraft werden, was juristisch nachweisbar war. Dass er verurteilt, in aller Öffentlichkeit bloßgestellt, der Millionendeal entlarvt wurde, ist wichtig. Landowsky, seine Bankbrüder und Parteifreunde haben die Unschuld verloren, ihre Westen sind und bleiben beschmutzt...“

„Berliner Zeitung“
„...Insoweit gehen auch alle Versuche Berliner Politiker, dieses Aubis-Verfahren für ihre parteipolitischen Zwecke zu instrumentalisieren, ins Leere. Mit dem eigentlichen Bankgesellschaftskomplex befassen sich erst die nächsten beiden Verfahren, vorausgesetzt, die eingereichten Anklageschriften zu Bilanzmanipulationen bei der IBG sowie zu den Publikumfonds der Landesbank werden zur Verhandlung zugelassen.“

„Der Tagesspiegel“
„...Spekulationen sind Nachtschattengewächse. Die Spende, die Landowsky einst nahm, wird er so nicht wieder los. Die Ehre, die ihm abhanden kam, erhält er so nicht wieder zurück. Immerhin, Klaus Landowsky kann sich in Freiheit auf weitere Verfahren vorbereiten. Denn abgeschlossen ist die juristische Aufarbeitung des Berliner Bankenskandals mit den Urteilen von gestern noch nicht. Landowsky ist Beschuldigter in zwei weiteren Fällen, in denen die Staatsanwaltschaft Anklage erhoben hat. In dem einen geht es um Bilanzfälschung. Im anderen um Fonds, bei denen die Bank den Anteilsnehmern das Risiko abgenommen hat, zu Lasten der Allgemeinheit. Man nennt sie „Sorglos-Fonds“. Waren das unproblematische Zeiten.“

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Kommentare in Leserbriefen

Der nächste Skandal kommt gewiss
Wie könnten solche Veruntreuungen von Steuergeldern durch korrupte Politiker und deren Beamten verhindert werden? Ein Weg wären harte Gesetze und Urteile. Ein hartes Gesetz wäre Schadenersatzleistung aus dem Privatvermögen der Täter. Die Politiker und Abgeordneten könnten so etwas beschließen, wollen aber nicht. Wer sägt schon am eigenen Ast? Die Richter könnten härter Urteilen, aber wer will sich seine Karriere verderben, wenn er gegen die herrschenden Politbosse (so einer war Landowsky) vorgeht?
Leider ist bei uns alles so verkrustet und verschwägert, dass ein Unterschied zu einer Bananenrepublik nur darin besteht, dass bei uns alles intelligenter, verschleierter und frecher passiert. Auf Wiedersehen beim nächsten Fall.

Berliner Bankenskandal
Obwohl man gegen die USA inzwischen viel einwenden kann, vergleicht man aber die Urteile, die dort von den Gerichten in solchen Verfahren verhängt werden, müsste Lando dort mindestens für 25 Jahre in den Bau. Siehe Enron Urteile. Allein für den Schaden, den er dem Land bereitet hat. Diepgen und er haben sich Berlin gekrallt und unter sich aufgeteilt, Pfründe hier, Pöstchen dort und regelrecht geplündert, ein ganzes Bundesland in den Bankrott getrieben und dafür gibt es dann auch noch Bewährung, zur Belohnung. Zum Kotzen. Das mit der Korruption muss man auch nicht beweisen, das liegt doch auf der Hand, die Aubis-Spende lag zeitnah an der Kreditentscheidung. Alle wissen es: Unternehmer schmieren Politiker mit "Wahlkampfspenden", die gewähren denen im Gegenzug Zugriff auf Steuergelder. So funktioniert doch diese sog. Demokratie. Daher auch das mickrige Urteil gegen Landowsky. In China würden sie solche an die Wand stellen, Volksschädlinge halt.

Nichts wird sich ändern
So lange sich die Politiker nicht als Treuhänder der Allgemeinheit verstehen, sondern die Zwitter der öffentlich kontrollierten Unternehmen weiter benutzen können, um sich selbst und ihrer politischen Seilschaft wie auch immer geartete Vorteile zu verschaffen, wird sich an diesem Sachverhalt nichts ändern.
Die Frage bleibt, wie die SPD diese wirksame Kontrolle hätte ausüben können. Die parlamentarischen Mittel dazu sind doch durch Fraktionszwang und Koalitionstreue schon längst abgestumpft worden.

Wozu überhaupt noch langwierige Prozesse?
Seit Hartz ist doch klar: mehr als zwei Jahre auf Bewährung und ein Scherflein aus der Portokasse darf es für diese Art von Straftätern nicht geben.
Also könnte sich die Justiz zukünftig derartige Mammutprozesse sparen - freut auch den gewöhnlichen Steuerzahler, der diese Persilscheine bezahlen darf. Außerdem könnten sich die Richter dann wieder vermehrt anderen Aufgaben widmen...gerade in Berlin gibt es reichlich zu tun.

Kein juristisches Neuland
Dass die Verletzung der Sorgfaltspflicht bei der Kreditvergabe den Tatbestand der Untreue erfüllt und somit strafbar ist, stellt kein juristisches Neuland dar. Bemerkenswert - und für Landowsky gewiss strafmildernd - war allein, dass nach Auffassung des Gerichts die Motive der strafbaren Handlungen, also der sorgfaltspflichtwidrigen Kreditvergaben nicht aufgeklärt werden konnten.
Das Gericht sah mithin den Zusammenhang zwischen den Spenden an die Partei Landowskys und der nachfolgenden Begünstigung der Spender in der Kreditvergabe als nicht bewiesen an. Insofern bleibt der Schuldspruch wegen Untreue allein erheblich hinter dem zurück, was eigentlich abzuurteilen gewesen wäre: Der Einfluss der Parteienfinanzierung auf Kreditentscheidungen landeseigner Banken, also Korruption.
Es bleibt zu hoffen, dass auch die Staatsanwaltschaft in die Revision geht, und dem Bundesgerichtshof die Chance eröffnet, den Parteienfilz weiter unter die Lupe zu nehmen. Das Landgericht Berlin ist jedenfalls nicht nur hinter seinen Möglichkeiten, sondern auch seiner Funktion als politisch unabhängige Instanz zurückgeblieben. Es hat den Banker abgeurteilt, den Politiker Landowsky und damit die CDU aber verschont. So ist das eben in Berlin.

Was hat der Steuerzahler wie ich davon?
Gerechten Urteil? Gerecht wäre wenn die Urteile meine Kassen klingeln lassen , wenn die Verschwender und Absahner die Summen zurück auf mein Konto fließen lassen, das wäre gerecht, ich pfeife auf moralische Urteile die mir wirtschaftlich nichts bringen, das ist eine weitere Verarschung.
Ich leide unter den hohen Abgaben und finanziere diese Leute die keine Solidarität kennen und von mir wird Solidarität verlangt in Form von Kohle, dann möchte ich wenn meine Solidarität missbraucht wird mindestens eine Rückzahlung der Gelder wenn mal ein System des Missbrauchs aufgedeckt wird. Geld macht auch mich frei, es geht doch mir und jedem anderen genau so, allerdings bereichere ich mich nicht auf Kosten anderer wie es von den Regierenden praktiziert wird, ich wehre mich dagegen das sich andere auf meine Kosten bereichern.

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