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Stadtbad Oderberger Strasse
Das neues "Leckerli" für die GLS


Die private GLS-Sprachschule in der Kastanienallee möchte das Stadtbad Oderberger Strasse für 100.000 Euro kaufen, um es im Gesamtkonzept eines Spass- und Erlebnislernens junger Touristen gewinnbringend einzusetzen. Die Bevölkerung des Prenzlauer Berges soll dabei wieder das Nachsehen haben, da die GLS dann "ihr" Bad " nur an zwei bis drei Tagen der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen würde" (vielleicht).

Das Bad gehört momentan noch der Stiftung Denkmalschutz, die es von der Genossenschaft Stadtbad Oderberger Strasse gekauft hatte, die das Bad vor einem von der SPD favorisierten kompletten Umbau zum Hotel retten wollte. Die SPD in Land und Bezirk verhindert seit Jahren geschickt eine Wiedereröffnung des Bades als öffentliches Schwimmbad. So hatte sie die Genossenschaft bis 2007 kunstvoll hingehalten, bis schließlich die Fördermöglichkeiten durch EU-Gelder ausgelaufen waren. Drei Mal hatte das Ressort der Stadtentwicklungssenatorin Junge-Reyer (SPD) den Zuschuss aus EU-Mitteln versprochen - und ihr Versprechen immer wieder zurückgenommen.

Die Senatsverwaltung hatte in parallelen Verhandlungen mit dem Investor „gated-community Townhouse-Siedlung (Prenzlauer Paradiesgärten)" ein anderes Geschäft fast schon zum Abschluss gebracht (das Bad sollte zum Hotel umgebaut werden), als die private Stiftung Denkmalschutz, (die schon das Strandbad Wannsee saniert hat), die Übernahme des Bades ankündigte, und die Sanierung mit 14 Millionen Euro Eigenmitteln und nur 2 Millionen Euro öffentlichen Geldern realisieren will.

Die Senatsverwaltung hat im Juni 2008 erneut ihre Zusage gebrochen, Gelder aus dem Topf für städtebaulichen Denkmalschutz zur Verfügung zu stellen - mit der Aussage, das Geld in diesen Töpfen sei bis 2010 aufgebraucht und werde direkt in der Nachbarschaft für den Umbau der Oderberger Strasse und der Kastanienallee gebraucht. Gegen diese beiden Projekte mit einem Gesamtvolumen von etwa 4 bis 5 Millionen Euro sind allerdings, wie bekannt, die Bewohner des Prenzlauer Berges massiv Sturm gelaufen.

Das Stadtbad Oderberger ist eine Perle des Prenzlauer Berg. Welche Ziele verfolgt das Konglomerat aus gemischtparteilichen Politikern und Investoren? Es ist nicht begründbar und einzusehen, warum dieses öffentliche Vermögen weit unter Wert verhökert werden soll.

In die ehemalige öffentliche Schule in der Kastanienallee 82, die über außerordentlich großzügige Freiflächen verfügte, hat die GLS bereits „investiert“. Trotz akutem Schulgebäudemangel wurde das gesamte Gelände für lächerliche 2 Mio. Euro privatisiert. Der Vermögensverlust der öffentlichen Hand war immens.

Eigentlich, so dachte man, seien die Zeiten des Abgreifens wie zu "Treuhand-Zeiten" vorbei. Frau Junge-Reyer & friends beweisen aber immer wieder, dass Stadtentwicklung in Berlin ausschließlich von den Rendite-Wünschen privater Investoren dominiert wird.

G. Schröder
22.08.08
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